“Jugend forscht” : Teilnehmer aus Baden-Württemberg sehr erfolgreich

Baden-Württemberg wird seinem Ruf als Land der Tüftler auch beim 49. Bundeswettbewerb “Jugend forscht” gerecht: Vier von zehn Hauptpreisen gingen an den cleveren Nachwuchs im Südwesten.

Kilian Rebmann aus Biederbach (Kreis Emmendingen) entspricht genau dem Typ, dem Baden-Württemberg nach Ansicht von Silke Krebs den hohen Stellenwert als Land der Tüftler verdankt. “Not macht erfinderisch”, erklärte die Staatsministerin gestern in Künzelsau bei der Preisverleihung des 49. Bundeswettbewerbs “Jugend forscht”. Wenn Landwirtschaft auf kargem Boden habe betrieben werden müssen, seien Auswege gesucht worden: “So kam der Erfindergeist ins Land.” Vier der zehn Hauptpreise gingen an Teilnehmer aus Baden-Württemberg.

Kilian (22), Bauernsohn aus Südbaden, hat eine Maschine entwickelt, mit der sich Energiehölzer auch auf kleinen und steilen Flächen ernten lassen. Für seine Konstruktion aus Sägeblättern und Greifern, einer Kombination zum Sammeln und Bündeln von Pappeln und Weiden, hat Kilian Rebmann vier Jahre experimentiert. Dank Vaters Werkstatt und finanzieller Hilfe ist der Apparat jetzt serienreif.

Familie Rebmann bewirtschaftet einen Hof mit acht Hektar Wiesen und Äckern, dazu drei Hektar Wald – kaum konkurrenzfähig in Zeiten riesiger Güter. Die Bullenmast war nicht mehr lukrativ. Die Lektüre eines Magazins zeigte einen Ausweg aus der Misere: KUP. Das Kürzel steht für Kurzumtriebsplantage, den Anbau nachwachsender Rohstoffe in Form von Bäumen, die zu Hackschnitzeln zerkleinert werden.

Doch die Ernte erwies sich als kompliziert. Der Markt kennt nur groß dimensionierte Maschinen, die schnell eine Million Euro kosten – viel zu teuer für einen kleinen Familienbetrieb und zu unbeweglich für Steilhänge wie im Schwarzwald. Deshalb schraubte Sohn Kilian, der eigentlich Mechatroniker in einem Pharmabetrieb gelernt hat, an der Patentlösung für den Traktor. Über 10 000 Euro habe er dafür investiert, sagt er, jetzt suche er einen Hersteller. Große Hoffnung auf Reichtum macht er sich nach der Patentanmeldung nicht: “Das ist ein Produkt für einen Nischenbereich, da sind keine großen Stückzahlen zu erwarten.”

Der Jury von “Jugend forscht” war Rebmanns Holzernter den Bundespreis in der Kategorie Arbeitswelt wert. Dafür gibt es 2500 Euro, die der Forscher in ein Studium investieren will, nachdem er die Hochschulreife nachgeholt hat.

Hoffnung auf gute Geschäfte macht sich der Bundessieger in Mathematik/Informatik. Moritz Uehling (19) vom Otto-Hahn-Gymnasium in Ostfildern hat die fürs Lesen von Nachrichten und Blogs im Internet praktischen “RSS-Reader” so programmiert, dass beim Stöbern nach Artikeln von Online-Zeitungen nur jene gezeigt werden, die den Ansprüchen des User tatsächlich genügen. Seine Software heißt “MonEzine”, abgeleitet aus dem Französischen für “meine elektronische Zeitung”.

An einen kommerziellen Nutzen hat Leonhard Bauersfeld (16) aus Lörrach bei seinem “invertierten Wassersprinkler” gar nicht gedacht: “Es ist Forschung um der Forschung willen.” Weil er herausfand, dass die weithin unbekannte Coroliskraft den Gießhelfer in Schwung hält, bekam er den Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit.

Den Preis der Bundesforschungsministerin Johanna Wanka für die beste interdisziplinäre Arbeit teilen sich Adrian Huck (19), Daniel Heid (19) und Rafael Quadbeck (17) aus Gengenbach (Ortenau). Sie lassen Bakterien des Typs Thiothrix auf Biogasanlagen los – und erreichen damit eine billige Beseitigung des giftigen Schwefels. Wanka sagte allen jungen Forschern eine “Karriere in der Wissenschaft” voraus.

Südwestpresse vom 02.06.2014

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Statistik belegt Klischee vom sparsamen Schwaben

Das Klischee vom sparsamen Schwaben scheint zu stimmen: Baden-Württemberger legen nach Angaben des Statistischen Landesamtes so viel Geld auf die hohe Kante wie keine anderen Bundesbürger. Das geht aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten zu Konsumausgaben und Sparverhalten der privaten Haushalte 2012 hervor. Die Erhebung kommt stets mit Verzögerung, weil zunächst die bundesweiten Werte und das Einkommen des Bürger ausgewertet werden müssen. Demnach sparten Privatleute im Südwesten mit insgesamt fast 29 Milliarden Euro 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Das sind 2660 Euro pro Kopf und damit etwa 12 Prozent des verfügbaren Einkommens. Ähnlich viel behielten nur die Bayern und Hessen zurück.

dpa vom 04.06.2014

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Stuttgart bekommt erste Elektro-Taxis

Wer in Stuttgart ein Taxi ruft, könnte bald in einem Elektroauto sitzen: Fünf Elektro-Taxis sollen im Rahmen eines Forschungsprogramms namens «Schaufenster Elektromobilität» in den kommenden Tagen auf die Straßen der Landeshauptstadt kommen. Das teilte die von der Bundesregierung geförderte Initiative am Freitag mit. Das Projekt soll den Angaben zufolge Erkenntnisse darüber bringen, wie wirtschaftlich ein Elektroantrieb bei Taxis sein kann und wie er von Fahrgästen angenommen wird.

Der Versuch läuft bis Ende 2015 und wird vom Bundesverkehrsministerium mit 1,12 Millionen Euro gefördert. Nach den Plänen der Bundesregierung sollen bis 2020 eine Million E-Autos auf Deutschlands Straßen rollen.

An dem Projekt beteiligt sind unter anderem die Universität Stuttgart, das Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart sowie die Stuttgarter Taxi-Auto-Zentrale. Auch der Autobauer Daimler, der Zulieferer Bosch und die Prüfkonzern Dekra sind involviert.

dpa/isw vom 08.08.2014

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Stärkste Zuwanderung in den Südwesten seit 1992

Der Wanderungsgewinn Baden-Württembergs lag 2013 bei 70 200 Personen

Die Wanderungsbilanz Baden-Württembergs wies im Jahr 2013 einen Gewinn von 70 200 Personen auf.1) Dieser Saldo ergab sich aus den insgesamt 337 600 Zuzügen und 267 400 Fortzügen über die Landesgrenzen. Damit fiel das Wanderungsplus im vergangenen Jahr nochmals höher aus als 2012. Seinerzeit lag dieses bei 65 800 Personen. Letztmalig höher als im Jahr 2013 war der Wanderungsgewinn des Landes nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 1992, als per Saldo 125 300 Personen zugezogen waren.

Die Zunahme des Wanderungsgewinns gegenüber dem Jahr 2012 beruht ausschließlich darauf, dass die Zahl der Zuzüge in den Südwesten angestiegen ist (+22 400). Gleichzeitig hat sich die Zahl der Fortzüge aus Baden-Württemberg gegenüber 2012 um 18 100 Personen erhöht, so dass sich ein Anstieg des Wanderungsgewinns um 4 400 Personen ergeben hat.

Die Wanderungsgewinne im vergangenen Jahr resultierten ausschließlich aus einem positiven Wanderungssaldo gegenüber dem Ausland (+71 600). Dagegen war der Wanderungssaldo gegenüber dem übrigen Bundesgebiet negativ (-1 300). 2012 hatte Baden-Württemberg noch einen geringen Wanderungsgewinn gegenüber den anderen Bundesländern (+1 900). Die stärksten Nettozuströme aus dem Bundesgebiet verzeichnete das Land im vergangenen Jahr gegenüber Nordrhein-Westfalen (+2 300) und Niedersachsen (+1 000 Personen). Demgegenüber hat Baden-Württemberg Einwohner durch Abwanderung insbesondere gegenüber Bayern (-3 800) und den Stadtstaaten Berlin (-1 600) und Hamburg (-700) verloren.

Die stärksten Wanderungsverflechtungen Baden-Württembergs mit dem Ausland bestehen naturgemäß mit dem übrigen Europa. Rund vier Fünftel der Zu- und Fortzüge im Jahr 2013 betrafen Umzüge von bzw. in andere europäische Staaten. Im Vergleich zu 2012 hat sich dieser Wanderungsgewinn gegenüber den europäischen Staaten nochmals erhöht und zwar um 5 400 auf 58 100 Personen.

Die höchsten Wanderungsgewinne innerhalb Europas, aber auch weltweit, wurden gegenüber Rumänien (+10 600), Polen (+8 800), Italien (+7 700), Ungarn (+7 000) und Griechenland (+4 600) erzielt (Schaubild 2). Auch gegenüber Amerika (+400), Afrika (+3 500) und insbesondere gegenüber Asien (+9 700) war der Wanderungssaldo positiv. Vor allem Menschen aus folgenden asiatischen Staaten sind im vergangenen Jahr in den Südwesten zugewandert: Syrien (+1 700), Indien (+1 300), China (+1 200), Pakistan (+1 000), Afghanistan (+700) und aus dem Iran (+600). Gegenüber Australien und Ozeanien war dagegen die Wanderungsbilanz praktisch ausgeglichen.

Im Vergleich zu 2012 haben sich im vergangenen Jahr die Wanderungsströme und damit auch die Wanderungssalden gegenüber den einzelnen Staaten zum Teil deutlich verändert. Am stärksten angestiegen sind sie gegenüber Italien (+2 900), Kroatien (+2 800), Syrien (+900), Russland (+600) und Serbien (+500). Stark zurückgegangen sind die Wanderungsgewinne dagegen insbesondere gegenüber Griechenland (-700), den Vereinigten Staaten (-600), Frankreich (-500) und Rumänien (-400).

Wanderungsverluste wurden für Baden-Württemberg im vergangenen Jahr nur gegenüber wenigen Staaten verzeichnet. Mit Abstand am stärksten waren diese gegenüber der Schweiz (-2 300), gefolgt von der Türkei (-800) und den Vereinigten Staaten (-400).

1) Alle Werte im Text sind jeweils auf 100 Personen gerundet.

Statistisches Landesamt Pressemitteilungen » 287/2014 vom 25.08.2014

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Innovationen sollen mit gut 15 Millionen Euro gefördert werden

Das Finanz- und Wirtschaftsministerium will Innovationen im Land mit gut 15 Millionen Euro fördern. Nach Angaben des Ministeriums sollen rund 6 Millionen Euro im kommenden Jahr fließen, weitere 9,6 Millionen Euro folgen 2016.

Als Land der Tüftler und Denker müsse sich der Südwesten Themen wie dem autonomen Fahren oder der Ressourceneffizienz annehmen und Lösungen entwickeln, sagte Wirtschaftsminister Nils Schmid. „Das Innovationspaket stärkt die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes.“

Das Geld soll zum Beispiel in die Forschung an selbstfahrenden Autos oder in die Medizinbranche fließen. Auch Kooperationsprojekte kleiner und mittlerer Unternehmen will das Ministerium damit unterstützen, ebenso wie die Forschung an einer ressourcenschonenden Produktion.

In Baden-Württemberg werden bereits seit 2008 Innovationsgutscheine an kleine und mittelständische Unternehmen ausgegeben. Damit können sich Firmen zum Beispiel Unterstützung bei ihren Forschungsvorhaben holen.

Quelle: dpa/lsw 17.08.2014

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Kultureller Reichtum in Baden-Württemberg

Historischer Reichtum – das ist ein Markenzeichen ­Baden-Württembergs. Die Vielfalt der Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten machen den besonderen Reiz des Landes aus. Und davon gibt es viele. Und viele so dicht beieinander, dass man an einem Tag eine ganze Epoche, eine ganze historische Welt erleben kann.

Die pulsierende „Metropolregion”, im Nordwesten des Landes am Zusammenfluss von Rhein und Neckar ­gelegen – das ist die historische Kurpfalz. Jahrhundertelang waren die mächtigen Wittelsbacher hier die Landesherrn, zogen ihre politischen und dynastischen Fäden europaweit. Ihr Erbe zeigt das heute noch: ­Heidelberg, weltberühmte Schlossruine und Top-Ziel auf der Europakarte der internationalen Touristen, entpuppt sich beim näheren Hinsehen als Monument der Schlossbaukunst von kaiserlichem Niveau. Im 18. Jahrhundert zog es die Herrscher allerdings in die Weite der nahen Rheinebene. Hier war genug Platz, um eines der größten Barockschlösser überhaupt zu bauen: Mannheim, die enorme Barockresidenz.

Zum stilvollen Entspannen hatten die kunstsinnigen Fürsten die kurfürstliche Sommerfrische, den einzig­artigen Garten von Schwetzingen. Ein Besuch in diesem grünen Paradies ist überwältigend.

Reichtum in ländlicher Idylle

Ebenfalls ein barocker Garten und doch von ganz eigenem, unvergleichlichem Reiz ist Weikersheim. Das Residenzstädtchen im ländlichen Hohenlohe ist so perfekt erhalten, dass man sich nicht weiter wundert, wenn einem beim Spaziergang durch den Schloss­garten eine Dame oder ein Herr im Kostüm des 18. Jahrhunderts begegnet. Und dass im Rittersaal ein fast lebensgroßer Elefant die Schlossbesucher erwartet – ein Wandrelief des 18. Jahrhunderts – prägt sich Kindern und Erwachsenen gleichermaßen ein.

Die Umgebung von Weikersheim lohnt den zweiten Blick: Die Region im Nordosten des Landes ist voller Hochkaräter, etwa das imposante Kloster Großcomburg bei Schwäbisch Hall, das Schloss der Fürstpröpste in Ellwangen oder die idyllisch gelegene Abtei von Schöntal.

Rund um die Landeshauptstadt

Über Jahrhunderte setzten die württembergischen Herrscher in ihren Residenzstädten Ludwigsburg und Stuttgart fürstliche Zeichen. Die Schlösser und Mu­seen in Ludwigsburg sind hier besonders eindrucksvoll. Der weitläufige barocke Schlosskomplex mit über 400 Räumen gibt, vollständig unzerstört, ein prachtvolles Bild. So sah es aus, wenn Herzöge und Könige im 18. und 19. Jahrhundert Macht und Reichtum zeigten. Nicht verpassen sollte man hier das Keramikmuseum mit seiner umfangreichen Sammlung von überragender Bedeutung und das Modemuseum mit Kostbarkeiten von der höfischen Kleidung des 18. Jahrhunderts bis zur Haute Couture des 20. Jahrhunderts.

Schätze des Mittelalters

In ländlicher Abgeschiedenheit hat sich eine Kostbarkeit erhalten, so einzigartig, dass die UNESCO den Ort zum Weltkulturerbe erklärt hat. Kloster Maulbronn gilt als das am besten erhaltene Zisterzienserkloster des Mittelalters nördlich der Alpen. Als vor fünf Jahrhunderten mit der Reformation die Zeit der Mönche endete, wurde Maulbronn zur Schule – und die hat heute noch Bestand. Viele der süddeutschen Geistesgrößen vom Astro­nomen Johannes Kepler bis zum Nobelpreisträger ­Hermann Hesse gingen hier zur Schule.

Wer eins gesehen hat, will mehr davon: Weiter im Schwarzwald liegt Kloster Alpirsbach mit seiner monumentalen romanischen Klosterkirche, obendrein hat sich hier eine ab­solute Rarität erhalten: eine Männerhose aus der Zeit von Albrecht Dürer, 500 Jahre alt. So etwas sieht man wohl nirgendwo sonst auf der Welt. Mitten im Schwarzwald war vor bald 1.000 Jahren eines der Zentren ­Europas. Heute zeugen die riesigen Ruinen von Kloster Hirsau von dieser historischen Rolle. Eine Entdeckung!

Barocker Überschwang in Oberschwaben

Die liebliche Freundlichkeit Oberschwabens und der Bodenseeregion sind geradezu sprichwörtlich – und ein Sprichwort, das der Überprüfung standhält. Wiblingen, Schussenried, Ochsenhausen und Salem sind Meisterwerke barocker Architektur, in die Landschaft eingebettet mit dem höchsten Gefühl für Wirkung. Jedes der Klöster birgt Sehenswertes und Einzigartiges, das die Entdeckung lohnt.

Salem, einst das größte Zisterzienserkloster Süddeutschlands, wird im Spätsommer 2014 zu einem besonders lohnenden Ziel der Kunstfans: Dann öffnet dort das neue Klostermuseum seine Tore. Von Salem ans Ufer des Schwäbischen Meers ist es ein Spaziergang: Das Neue Schloss in Meersburg bietet mit seiner Terrasse den feudalsten Aussichtsbalkon des Landes über den Bodensee. Ein glanzvolles Ziel ganz im Süden.

Entwickeln und bewahren

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg öffnen, entwickeln und bewahren 60 historische Monumente im deutschen Südwesten. 2012 besuchten rund 3,6 Millionen Menschen diese Originalschauplätze mit Kulturschätzen von höchstem Rang, darunter Schloss Heidelberg, Schloss und Schlossgarten Schwetzingen, das Residenzschloss Ludwigsburg, Schloss und Schlossgarten Weikersheim, Weltkulturerbe Kloster Maulbronn, Kloster und Schloss Salem sowie die Festungsruine Hohentwiel.

Weiterführende Informationen

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Quelle: Der Beitrag erschien im Original in “Baden-Württemberg Kulturreich 2014″ der Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg, 18.08.2014
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Bildungsmonitor: Baden-Württemberg belegt den vierten Platz

Im Bildungsvergleich der Bundesländer rangiert Baden-Württemberg einer Studie des Instituts für deutsche Wirtschaft zufolge auf dem vierten Platz. Bei der Internationalisierung und der Zeiteffizienz schneidet der Südwesten besonders gut ab, bei Integration und Förderinfrastruktur schlecht ab.

Stuttgart – Baden-Württemberg landet im Bildungsvergleich einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) erneut auf Rang vier. In den meisten der zwölf untersuchten Handlungsfelder schneide das Land sehr gut ab, heißt es in einer Mitteilung der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft vom Dienstag, die die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte. Besonders bei der Internationalisierung erhielt das Land gute Noten: So lernten fast alle Grundschüler 2012 eine Fremdsprache. Auch bei Zeiteffizienz – gemessen etwa an der Wiederholerquote und den Ausbildungsabbrüchen – belegte Baden-Württemberg einen zweiten Platz.

Dagegen schneidet das Land bei der Integration sowie Förderinfrastruktur – Ganztagsangebote in Kitas und Grundschulen – unterdurchschnittlich ab. Dass das Land beim Abbau von Bildungsarmut auf Platz drei landete, wird die grün-rote Landesregierung erfreuen, die sich auf die Fahnen geschrieben hat, Bildungserfolg und soziale Herkunft zu entkoppeln. So verfehlten nur wenige Jugendliche die Mindeststandards in Mathematik, und der Anteil der erfolgreichen Absolventen des Berufsvorbereitungsjahrs betrug 73,6 Prozent.

Im Vergleich mit anderen Bundesländern zeigt sich aber, dass die Dynamik in Baden-Württemberg nachlässt. Die Verbesserung zum Vorjahr belief sich auf 0,6 (Vorjahr: 1) Punkte, während etwa Hamburg um 3,3 Punkte zulegte und sich damit von Platz sechs auf Platz fünf vorarbeitete. Wie im Vorjahr lagen Sachsen, Thüringen und Bayern auf den ersten drei Plätzen. Schlusslicht auf Platz 16 bleibt Berlin.

Stuttgarter Nachrichten vom 19.08.2014

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Bundesweit arbeitet fast jeder vierte ausländische Ingenieur in Baden-Württemberg

Die meisten Ingenieurfachkräfte mit ausländischem Pass stammen aus Europa

Zur Jahresmitte 2013 arbeiteten rund 12 000 ausländische Ingenieure in Baden-Württemberg. Das waren nach Bayern bundesweit die meisten Ingenieurfachkräfte mit ausländischem Pass. Wie das Statistische Landesamt nach Auswertung der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit mitteilt, hatten von den insgesamt 52 000 ausländischen Ingenieurfachkräften in Deutschland 23 Prozent oder knapp jeder Vierte ihren Arbeitsplatz im Südwesten. 2013 arbeiteten insgesamt 2,39 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mit ausländischem Pass in Deutschland, darunter 497 000 in Baden-Württemberg.

Die ausländischen Ingenieurfachkräfte im Südwesten stammen aus allen Teilen der Welt. Die mit Abstand größte Gruppe mit rund 8 400 Ingenieurfachkräften (72 Prozent) kommt jedoch aus dem europäischen Ausland. Weitere 2 000 Ingenieurfachkräfte stammen aus Asien und mit gut 1 300 Ingenieurfachkräften eine vergleichsweise geringe Zahl aus den übrigen Kontinenten. Unter den einzelnen Herkunftsländern war Frankreich mit 1 600 Ingenieurfachkräften zahlenmäßig am stärksten vertreten, gefolgt von Italien (870 Ingenieurfachkräfte) und der Türkei (820 Ingenieurfachkräfte). Alle drei Länder zählen zu den 11 am stärksten im Land vertretenen Nationalitätengruppen. Aus Spanien und Österreich stammen 710 bzw. 550 Ingenieurfachkräfte und damit ähnlich viele wie aus China und Indien (650 bzw. 540 Ingenieurfachkräfte).

Die ausländischen Ingenieurfachkräfte waren zur Jahresmitte 2013 im Durchschnitt 36,4 Jahre alt und damit nicht nur jünger als alle im Land Beschäftigten mit ausländischem Pass (39,1 Jahre), sondern auch deutlich jünger als ihre deutschen Kolleginnen und Kollegen. Die deutschen Ingenieurfachkräfte waren durchschnittlich 42 Jahre alt und damit geringfügig älter als alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten mit deutscher Nationalität (41,4 Jahre).

 

 

 

http://www.statistik-bw.de/Pressemitt/2014277.asp

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(Hintergrund) Baden-Württemberger werden immer älter ptx

bwg0013 4 pl 157  lsw 0677

Soziales/Senioren/Geriatrie/
(Hintergrund)
Baden-Württemberger werden immer älter =

Karlsruhe/Stuttgart (dpa/lsw) – Baden-Württemberger werden immer
älter: Nach den Zahlen vom Statistischen Landesamt aus den
Sterbetafeln 2009/11 werden Männer im Land im Schnitt 79,2 Jahre alt,
Frauen 83,6. Damit stieg die Lebenserwartung in vier Jahrzehnten um
10,7 Jahren bei Männern und 9,1 Jahren bei Frauen.

Knapp 2,6 Millionen über 60-Jährige leben im Südwesten. In den
kommenden Jahrzehnten werden geburtenstarke Jahrgänge von zahlenmäßig
kleineren ersetzt. Laut Bevölkerungsvorausrechnung erhöht sich die
Zahl der über 60-Jährigen auf etwa 3,4 Millionen Menschen 2030.

Innerhalb dieser Bevölkerungsgruppe wiederum wächst der Anteil der
Hochbetagten (über 85-Jährige). 2008 lebten im Südwesten 235 000
Hochbetagte, bis 2030 dürften es nach der Prognose 434 000 sein. Bis
2050 wird fast mit einer Verdreifachung – 700 000 – ausgegangen.

Ältere Menschen in Baden-Württemberg sind insgesamt seltener
pflegebedürftig als in anderen Bundesländern. So hatte das Land Ende
2011 mit 2,6 Prozent der Gesamtbevölkerung bundesweit die geringste
Pflegequote (Bundesschnitt: 3,1 Prozent). Ende 2011 waren in
Baden-Württemberg 278 295 Menschen pflegebedürftig.

# dpa-Notizblock

## Internet
- [Geriatriekonzept Baden-Württemberg](http://dpaq.de/BfBux)

## Orte
- [Sozialministerium](Schellingstraße 15, 70174 Stuttgart,
Deutschland)
- [Geriatriezentrum Karlsruhe](Diakonissenstraße 28, 76199 Karlsruhe,
Deutschland)

* * * *
Die folgenden Informationen sind nicht zur Veröffentlichung bestimmt

## Ansprechpartner
- Sozialministerium +49 711 123-3547
- Statistisches Landesamt +49 711 641-2451

## dpa-Kontakte
- Autorin: Susanne Kupke (Karlsruhe), +49 721 912850, <karlsruhe@dpa.com>
- Redaktion: Marco Krefting (Stuttgart), +49 711 1626237220, <stuttgart@dpa.com>

dpa skf yyswb w4 kre

060745 Aug 14

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Alte Dame unter Volldampf

Martin Cyris,  03.08.2014 10:00 Uhr

Die Dampflok Liesele vor dem Kloster Neresheim ist ein beliebtes Fotomotiv.Foto: Cyris

 

 

Neresheim – Ein Mann steht unter Dampf. Gierig wie ein Verdurstender zieht Hermann Hafner an seiner Sprudelflasche. Schon der zweiten innerhalb kurzer Zeit. Hermann Hafner hantiert im Führerhaus einer alten Dampflok im schwäbischen Härtsfeld herum. Draußen brütet die Sonne, drinnen die Feuerbüchse. Der Dampflokführer schwitzt aus allen Poren.

In der Feuerbüchse, wie der Verbrennungsraum in der schwarzen Lok offiziell heißt, glüht schwere Steinkohle. Sie erzeugt eine Bullenhitze. Die ist nötig, um den Wasserkessel zu erwärmen. Der zischend heiße Wasserdampf bringt sogar alte Damen auf Trab.

Liesele, so wird die Lok genannt, hat einige Semester auf dem Buckel: Sie ist Baujahr 1913, also 101 Jahre alt. „Sie ist eine gutmütige Lok“, sagt Hermann Hafner. Dabei war Liesele längst aufs Altenteil abgeschoben worden. Auf einen Kinderspielplatz in Heidenheim an der Brenz. Das war nach der Stilllegung der einstigen Härtsfeldbahn im Jahre 1972.

 

Der Verein stemmt die Arbeit in Eigenleistung und mit Hilfe von Spenden

1986 wurde sie zurück in ihr altes Revier verfrachtet und danach aufwendig restauriert. Acht Jahre lang. Nachdem endlich auch wieder Schienen verlegt worden waren, konnte die Volldampfseniorin zurück auf die Piste. Seit 2001 fährt sie als Museumsbahn ihre alte, angestammte Strecke ab. Zumindest einen Teil davon.

Der ehemals 55,5 Kilometer lange Gleisverlauf der originalen Härtsfeldbahn von Aalen nach Dillingen wurde nach der Stilllegung fast komplett abgebaut. „Nur noch wenige Meter Gleis in den Bahnübergängen blieben übrig“, sagt Jürgen Ranger vom Härtsfeld-Museumsbahn e. V. Der Verein hat alles in Eigenleistung und mit Hilfe von Spenden gestemmt.

Die Museumsbahn erstreckt sich ein paar Kilometer vom Bahnhof Neresheim bis zur Station Sägmühle, mitten im fast unverbauten Egautal. Mit an Bord: Dampflokführer, Zugbegleiter und Schaffner. Besser: Konduktöre. Es handelt sich schließlich um eine echt schwäbische Eisenbahn. Das Personal rekrutiert sich allesamt aus dem Härtsfeld-Museumsbahn-Verein. Zumeist Eisenbahnfreunde, aber auch Heimatverbundene, denen das Härtsfeld am Herzen liegt. Die Hochfläche auf der Ostalb wird von den Touristenströmen eher links liegen gelassen. Die verträumt wirkende Landschaft ist etwas für Ruhesuchende.

Weil die Bahn so rattert, trägt sie den Spitznamen Schättere

Wenn Liesele über die Schienen rattert, ist es für ein paar Minuten aus mit der Stille. Die Härtsfeldbahn trug früher deshalb auch den Spitznamen „Schättere“. Weil sie beim Fahren so ächzt und scheppert. Aber auch, weil das Zügle einst Treffpunkt war. „Ein Ort zom Schwätza, zom Schättere“, wie Jürgen Ranger erklärt. Der Schättere zu Ehren hat eine lokale Brauerei ein besonderes Gebräu aufgelegt: das Schättere-Pils. Es wird an der Endstation Sägmühle verkauft.

Die Stopps an den Stationen dauern mitunter länger als geplant. Vor allem die kleinen Fahrgäste kümmert es wenig, dass auch für Museumsbahnen ein Fahrplan gilt. Wie den fünfjährigen Luca: „Mami, ich muss mal!“, ruft er. Der Schaffner nickt verständnisvoll und gibt Signal zum Warten. Als Luca wieder auf dem Bahnsteig auftaucht, selbstvergessen und trödelnd, ertönt auch für ihn der Befehl: „Alles einsteigen, bitte!“ Der Schaffner stößt in seine Trillerpfeife, um sodann pflichtbewusst die Tickets zu entwerten. Oder besser: die Billetle. Übrigens bestehend aus jenem pappeähnlichen Material, das Reisenden bis in die achtziger Jahre hinein an den Ticketschaltern in die Hand gedrückt wurde.

Solche Spielereien sind möglich, weil die Museumsbahn nicht unter der Aufsicht der Deutschen Bahn steht. Wohl aber unter dem des Eisenbahnbundesamts. Kleinere Verspätungen gehören deshalb zum Freizeitvergnügen. Mit an Bord sind Wanderer und Radfahrer, Eisenbahnfreaks und Hobbyfotografen.

Das Benediktinerkloster ist die Hauptsehenswürdigkeit im Härtsfeld

Egal zu welcher Jahreszeit – wenn Liesele im Bahnhof Neresheim losrollt, vorbei am fotogenen Kloster Neresheim und durchs Egautal, einem Karstgebiet mit Kalksteinterrassen und Bachauen, in denen sich der Biber wohlfühlt, schlagen die Herzen von Fotografen, Natur- und Nostalgiefans höher. Die Motive wirken wie in einer überdimensionalen Modellbahnanlage. Wenn die Züge vor der beeindruckenden Kulisse der mächtigen Abtei Neresheim vorbeiziehen, scheint es so, als wäre die Zeit stehengeblieben. Das Benediktinerkloster ist die Hauptsehenswürdigkeit im Härtsfeld.

Die Passagiere nehmen freiwillig mit der Holzklasse vorlieb. Mehr Komfort gibt es nicht. Das Erlebnis soll ja originalgetreu sein. Dazu gehört neben der Dampflok auch ein etwas moderner Triebwagen: der T33. Er fuhr ab den fünfziger Jahren auf der Härtsfeldbahn. Sein knalliges Rot und das Eierschalenweiß sind Hingucker in der grünen Landschaft.

„Dort, wo es schön ist, können Museumsbahnen existieren“, sagt Jürgen Ranger vom Härtsfeldbahnverein. Deshalb sei Baden-Württemberg auch bundesweit das Museumsbahnland Nummer eins. Niedersachsen habe zwar eine ähnlich hohe Zahl an historischen Zugstrecken. „Doch wenn man zählt, wo es dampft, dann liegt Baden-Württemberg vorne“, sagt Ranger.

In drei bis vier Jahren sollen 2,5 Kilometer Strecke hinzukommen. Dann endet die Härtsfeld-Museumsbahn am Härtsfeldsee, einem Naherholungsgebiet. Momentan ist die Fahrtzeit hin und zurück mit einer halben Stunde ein relativ kurzes Vergnügen.

 

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.eisenbahnromantik-alte-dame-unter-volldampf.4962dbf0-b35b-473e-b790-92c7c75a476f.html

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